Die Ausgangslage hat sich verändert
Vor wenigen Jahren war Homeoffice die Ausnahme. Heute arbeiten Millionen Menschen regelmäßig von zu Hause. Das hat Konsequenzen für die Ergonomie: Was im Büro Standard ist, muss zu Hause oft erst geschaffen werden.
Gleichzeitig bietet das Homeoffice Chancen: Du kontrollierst deine Umgebung vollständig und kannst sie exakt auf deine Bedürfnisse anpassen – wenn du weißt, wie.
Der Vergleich im Überblick
Vorteile des Büros
- Professionelle Ausstattung: Ergonomische Stühle, höhenverstellbare Tische und professionelle Beleuchtung sind oft Standard
- Arbeitgeber-Pflichten: Nach ArbStättV muss der Arbeitsplatz ergonomischen Anforderungen entsprechen
- Klare Trennung: Arbeitsplatz ist nur zum Arbeiten da – mentale Abgrenzung fällt leichter
- Soziale Struktur: Natürliche Pausen durch Kollegen, Meetings, Kaffeemaschine
Vorteile des Homeoffice
- Volle Kontrolle: Du bestimmst Raumtemperatur, Beleuchtung, Lärmpegel
- Individuelle Anpassung: Der Arbeitsplatz ist nur für dich – keine Kompromisse durch Desk Sharing
- Kein Pendeln: Gesparte Zeit kann für Bewegung und Erholung genutzt werden
- Flexible Pausen: Kurze Übungen, Spaziergänge im Garten – ohne erklären zu müssen
Das häufigste Problem im Homeoffice
Der Küchentisch ist kein Arbeitsplatz. Viele Menschen arbeiten seit Jahren an provisorischen Lösungen – mit entsprechenden Beschwerden. Der erste Schritt ist immer: einen dezidierten Arbeitsbereich einrichten, auch wenn er klein ist.
Die typischen Herausforderungen
🏢 Im Büro
- Standardisierte Ausstattung passt nicht jedem
- Desk Sharing erschwert individuelle Einstellung
- Großraum: Lärm, Ablenkung, Klimaanlage
- Wenig Einfluss auf Beleuchtung
🏠 Im Homeoffice
- Fehlende professionelle Ausstattung
- Platzmangel, provisorische Lösungen
- Keine klare Trennung Arbeit/Privat
- Selbstdisziplin bei Pausen erforderlich
Rechtliche Aspekte
Die rechtliche Lage unterscheidet sich erheblich:
- Büro: Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) gilt vollständig. Arbeitgeber sind verpflichtet, ergonomische Arbeitsplätze bereitzustellen.
- Telearbeitsplatz (dauerhaft): Wenn vertraglich vereinbart, gelten ähnliche Anforderungen. Arbeitgeber muss Ausstattung bereitstellen.
- Mobile Arbeit / Homeoffice: Weniger streng geregelt. Arbeitgeber muss unterweisen, aber nicht zwingend ausstatten.
Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine Rechtsberatung. Im Zweifel mit Betriebsrat oder Rechtsanwalt klären.
Konsistenz: Der unterschätzte Faktor
Wer zwischen Büro und Homeoffice wechselt, steht vor einer besonderen Herausforderung: zwei verschiedene Setups, die idealerweise ähnlich funktionieren sollten.
Tipps für Konsistenz:
- Gleiche oder ähnliche Stuhlhöhe an beiden Orten
- Monitor-Höhe markieren und dokumentieren
- Persönliche Eingabegeräte (Maus, Tastatur) mitnehmen
- Routinen beibehalten (Pausenzeiten, Bewegung)
Was ist für dich besser?
Es gibt keine universelle Antwort. Die Frage ist nicht „Homeoffice oder Büro?", sondern:
- Wie gut ist dein Homeoffice-Setup eingerichtet?
- Wie ergonomisch ist dein Büro-Arbeitsplatz?
- Wo fällt dir Selbstdisziplin (Pausen, Bewegung) leichter?
- Wie lange ist dein Pendelweg?
Viele profitieren von einer Mischung – siehe Hybrid Work.