Blaulicht & Sehkomfort
Blaulichtfilter werden aggressiv vermarktet. Was sagt die Wissenschaft wirklich?
Was ist blaues Licht?
Blaues Licht ist Teil des sichtbaren Spektrums mit Wellenlängen zwischen 380 und 500 nm. Es kommt natürlich im Tageslicht vor – und auch in LED-Bildschirmen.
Die Marketing-Behauptung: Blaues Licht von Bildschirmen schädigt die Augen und stört den Schlaf. Blaulichtfilter seien die Lösung.
Was die Forschung zeigt
Augenschäden: Es gibt derzeit keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege, dass blaues Licht von Bildschirmen bei normaler Nutzung die Augen schädigt. Die Intensität ist weit geringer als natürliches Sonnenlicht.
Schlafqualität: Hier ist die Evidenz stärker. Bildschirmnutzung vor dem Schlafen kann den Schlaf beeinflussen – aber eher durch die stimulierende Nutzung selbst als allein durch blaues Licht.
Blaulichtbrillen: Studien zeigen keinen signifikanten Vorteil gegenüber regulären Brillengläsern für Augenkomfort oder Schlaf.
Was wirklich hilft
- 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten 20 Sekunden in die Ferne schauen
- Bildschirmhelligkeit anpassen: An die Umgebung anpassen, nicht auf Maximum
- Nachtmodus: Wärmer eingestellte Bildschirmfarben am Abend (kostenlos in jedem OS)
- 1-2 Stunden bildschirmfrei vor dem Schlafen: Der wichtigste Faktor
- Regelmäßige Pausen: Wichtiger als jeder Filter
Fazit
Blaulichtfilter und -brillen sind nicht schädlich – aber der wissenschaftliche Beweis für ihren Nutzen fehlt. Das Geld ist oft besser in einen guten Bildschirm, richtige Beleuchtung oder eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung investiert.
Wenn du trotzdem einen Blaulichtfilter nutzen möchtest: Die kostenlosen Nachtmodi in Windows, macOS und allen Smartphones erfüllen denselben Zweck.