Warum das Homeoffice besondere Aufmerksamkeit braucht
Im Büro gibt es oft standardisierte Arbeitsplätze, die zumindest grundlegende ergonomische Anforderungen erfüllen. Im Homeoffice ist man auf sich gestellt – mit allen Vor- und Nachteilen.
Die Vorteile: Du kannst den Arbeitsplatz exakt auf deine Bedürfnisse anpassen. Die Nachteile: Ohne Anleitung passieren typische Fehler, die langfristig zu Beschwerden führen.
Schritt 1: Der Arbeitsraum
Bevor es an Möbel geht, betrachte den Raum selbst:
- Tageslicht: Ideal ist seitlich einfallendes Licht. Vermeide direkte Sonneneinstrahlung auf den Bildschirm.
- Blickrichtung: Nicht mit dem Rücken zu Tür oder Fenster – das kann unbewusst Stress erzeugen.
- Ruhe: Wenn möglich, ein separater Raum oder zumindest ein abgetrennter Bereich.
- Temperatur: 20–22°C gelten als optimal für konzentrierte Arbeit.
Schritt 2: Der Schreibtisch
Der Tisch ist die Basis. Wichtige Kriterien:
- Höhe: Die Unterarme sollten waagerecht auf der Tischplatte aufliegen können, ohne die Schultern hochzuziehen. Standardtische (ca. 72 cm) passen für Menschen zwischen 1,65 und 1,85 m.
- Tiefe: Mindestens 60 cm, besser 80 cm, um Tastatur und Monitor optimal zu positionieren.
- Breite: Je nach Arbeitsweise – mindestens 120 cm für komfortables Arbeiten.
- Höhenverstellbar: Sehr empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig. Ermöglicht Wechsel zwischen Sitzen und Stehen.
Budget-Tipp
Bevor du einen neuen Tisch kaufst: Ist die Höhe des vorhandenen Tisches anpassbar? Viele haben verstellbare Füße. Alternativ: Eine Fußstütze kann die fehlende Sitzhöhe ausgleichen.
Schritt 3: Der Stuhl
Der wichtigste Faktor für einen ergonomischen Arbeitsplatz. Ein guter Bürostuhl muss:
- Sitzhöhe verstellbar: Oberschenkel waagerecht, Füße flach auf dem Boden.
- Sitztiefe passend: 2–3 Fingerbreit Abstand zwischen Kniekehle und Sitzkante.
- Rückenlehne: Stützt den unteren Rücken (Lordosenstütze), idealerweise höhenverstellbar.
- Armlehnen: Höhenverstellbar, so dass die Schultern entspannt bleiben.
- Beweglichkeit: Leichtgängige Rollen, idealerweise Wippmechanik.
Ein guter Bürostuhl kostet etwa 300–600 €. Sehr günstige Modelle unter 100 € sind meist nicht empfehlenswert. Hochpreisige Modelle über 1000 € bieten oft keinen proportionalen Mehrwert.
Schritt 4: Der Bildschirm
Die Positionierung ist wichtiger als die Marke:
- Höhe: Die Oberkante des Monitors auf Augenhöhe oder leicht darunter.
- Abstand: Eine Armlänge (ca. 50–70 cm).
- Neigung: Leicht nach hinten geneigt, um Reflexionen zu reduzieren.
- Position: Direkt vor dir, nicht seitlich.
Ein Monitorarm ist eine sinnvolle Investition – er ermöglicht flexible Höhen- und Tiefeneinstellung und schafft Platz auf dem Tisch.
Schritt 5: Tastatur & Maus
Oft unterschätzt, aber wichtig für Hand- und Schultergesundheit:
- Tastatur flach: Die übliche Aufstellvorrichtung an der Rückseite erhöht die Handgelenksbelastung – lieber flach lassen.
- Position: Direkt vor dem Bildschirm, Unterarme entspannt aufgelegt.
- Maus: Nah am Körper, nicht weit ausgestreckt. Ergonomische Mäuse (vertikal oder trackball) können bei Beschwerden helfen, sind aber nicht für jeden notwendig.
Schritt 6: Beleuchtung
Licht beeinflusst Sehkomfort und Konzentration:
- Tageslicht priorisieren: Natürliches Licht ist ideal, aber direkte Sonne auf dem Bildschirm vermeiden.
- Arbeitsplatzleuchte: Zusätzliche Lichtquelle für dunkle Tage und Abendarbeit.
- Indirekte Beleuchtung: Reduziert Kontraste zwischen hellem Bildschirm und dunkler Umgebung.
- Monitor-Lightbars: Beleuchten den Schreibtisch, ohne auf dem Bildschirm zu blenden.
Schnell-Checkliste
- Füße flach auf dem Boden?
- Oberschenkel waagerecht?
- Unterarme entspannt aufgelegt, Schultern nicht hochgezogen?
- Bildschirm-Oberkante auf Augenhöhe?
- Bildschirm direkt vor dir, eine Armlänge entfernt?
- Licht von der Seite, keine Blendung auf dem Bildschirm?
- Ausreichend Platz für Positionswechsel?
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Weiterführend
- Arbeiten im Stehen – Ergänzung zum Sitzen
- Laptop-Arbeitsplätze – Besondere Herausforderungen
- Pausen richtig gestalten – Bewegung einplanen