Der ergonomische Büroarbeitsplatz

Im Büro arbeitest du oft mit standardisierter Ausstattung. Das bedeutet nicht, dass du auf Ergonomie verzichten musst – im Gegenteil: Arbeitgeber sind sogar verpflichtet, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Büro vs. Homeoffice: Der Unterschied

Im Büro gelten andere Bedingungen als zu Hause:

  • Vorteile: Professionelle Ausstattung, Arbeitgeber-Pflichten, oft bessere Infrastruktur
  • Nachteile: Weniger Individualisierung, geteilte Arbeitsplätze, Umgebungsfaktoren schwerer kontrollierbar

Der Schlüssel: Nutze das, was vorhanden ist, optimal – und fordere ein, was fehlt.

Dein Recht auf Ergonomie

Nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sind Arbeitgeber verpflichtet, Arbeitsplätze ergonomisch einzurichten. Das umfasst Bildschirm, Stuhl, Tisch und Beleuchtung. Du hast Anspruch auf einen Arbeitsplatz, der deine Gesundheit nicht gefährdet.

Standard-Bürostuhl optimieren

Auch ein einfacher Bürostuhl lässt sich oft besser einstellen als gedacht. Überprüfe diese Punkte:

  1. Sitzhöhe: Füße flach auf dem Boden, Knie im 90°-Winkel oder etwas mehr
  2. Sitztiefe: Zwei bis drei Fingerbreit Platz zwischen Kniekehle und Sitzkante
  3. Rückenlehne: Lendenwirbelstütze auf Höhe der Lendenwirbelsäule
  4. Armlehnen: Auf Tischhöhe, Unterarme liegen locker auf

Viele Stühle haben Einstellmöglichkeiten, die nie genutzt werden. Nimm dir 5 Minuten Zeit für die Optimierung.

Schreibtisch und Monitor

Auch wenn der Schreibtisch nicht höhenverstellbar ist, kannst du optimieren:

  • Monitorhöhe: Oberkante auf Augenhöhe oder leicht darunter. Nutze Bücher oder einen Monitor-Ständer falls nötig.
  • Monitorabstand: Eine Armlänge Entfernung als Ausgangspunkt
  • Tastatur und Maus: Nah am Körper, Unterarme parallel zum Boden
  • Fußstütze: Falls die Tischhöhe nicht anpassbar ist und du kleiner bist

Desk Sharing: Geteilte Arbeitsplätze

Immer mehr Büros setzen auf flexible Arbeitsplätze ohne feste Zuweisung. Das stellt besondere Anforderungen:

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Tägliche Einstellung

Nimm dir morgens 2 Minuten, um Stuhl und Monitor anzupassen. Es lohnt sich.

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Persönliches Setup-Kit

Eigene Maus, Tastatur, Laptop-Ständer – was du mitnehmen kannst, gibt dir Konsistenz.

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Notiere deine Einstellungen

Stuhlhöhe, Monitorposition – mit einer Notiz bist du schneller eingerichtet.

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Hygiene beachten

Gemeinsam genutzte Tastaturen und Mäuse regelmäßig reinigen.

Open-Space und Großraumbüro

Großraumbüros bringen zusätzliche ergonomische Herausforderungen:

  • Lärm: Noise-Cancelling-Kopfhörer können helfen, aber Pausen ohne Kopfhörer sind wichtig
  • Beleuchtung: Oft standardisiert, aber Schreibtischlampen können individuell ergänzen
  • Klimatisierung: Zugluft vermeiden, ggf. Position am Schreibtisch anpassen
  • Ablenkungen: Mit dem Rücken zur Wand oder zum Fenster reduziert visuelle Störungen

Mit dem Arbeitgeber über Ergonomie sprechen

Viele scheuen das Gespräch – dabei sind Arbeitgeber oft aufgeschlossen. Tipps für das Gespräch:

  1. Konkret bleiben: Nicht „Der Stuhl ist unbequem", sondern „Die Lendenwirbelstütze lässt sich nicht richtig einstellen, was zu Rückenschmerzen führt."
  2. Lösungen anbieten: Zeige, dass du recherchiert hast. „Ein Monitor-Arm würde das Problem lösen und kostet etwa X Euro."
  3. Gesundheit betonen: Es geht nicht um Luxus, sondern um Prävention von Arbeitsausfällen.
  4. Rechtliche Grundlage kennen: Arbeitsstättenverordnung und Bildschirmarbeitsplatzverordnung sind deine Verbündeten.

Betriebliche Gesundheitsförderung nutzen

Viele Unternehmen bieten bereits Programme an:

  • Arbeitsplatzbegehungen durch den Betriebsarzt
  • Ergonomie-Schulungen und Workshops
  • Zuschüsse für Gesundheitskurse
  • Bildschirmarbeitsbrillen auf Kosten des Arbeitgebers

Erkundige dich bei HR oder dem Betriebsrat nach bestehenden Angeboten.

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